Flydalsjuvet
Europa, Nordmeer, Norwegen

Geiranger: Trolle, Wasserfälle und Aussichten

Denkt man an Norwegen, kommt einem wahrscheinlich als erstes die Natur mit den Fjorden und den steilen Berghängen mit Wasserfällen am Ufer in den Sinn. Das Land hat so vieles zu bieten, aber der Geirangerfjord ist eines der Highlights – besonders für Schiffsreisen. Hier findet ihr einige Tipps für einen Tag im beschaulichen Örtchen Geiranger.

Wenn man noch nie im Geirangerfjord war, würde ich (bei Phoenix Reisen) immer den Ausflug „Höhepunkte“ empfehlen. Dabei fährt man zu allen drei Aussichtspunkten, also Adlerkehre und Flydalsjuvet sowie zum 1476 m hohen Dalsnibba. Manchmal gibt es diese Tour bei Phoenix auch als Überlandfahrt von/nach Ålesund mit Trollstigen.

Für die Sportlichen und Aktiven unter euch: War man schon mal dort, kann man eine sportliche Kajaktour oder eine schnelle RIB-Boot-Tour unternehmen, bei denen man an die Wasserfälle heranfährt. Auch ein atemberaubender Helikopterflug oder eine aktive Wanderung zu einem der Wasserfälle mit Waffelpause und Stopp im Naturerlebniszentrum sind schöne Alternativen. Das Typische, sieht man allerdings bei der Höhepunkte-Tour mit den drei Aussichtspunkten.

Wenn man in Geiranger auf eigene Faust los möchte, gibt es an der Straße (es gibt im Ort nur eine Straße 😉) einen Autoverleih, bei dem man sich Twizys ausleihen kann. In den sehr kleinen Autos sitzt man mit zwei Personen hintereinander (ist also nicht die bequemste Reisemöglichkeit und zum Einsteigen mit Rückenproblemen evtl. nicht so gut geeignet, aber das muss man sich selbst anschauen). Vielleicht gibt es aber auch normale Autos zu mieten. Wir haben selbst bisher aber nur Erfahrungen mit den grünen Twizys gesammelt.
In den Mini-Autos gibt es ein Audioguide-Navi, was sowohl navigiert, als auch Infos gibt, sobald das GPS-Signal in der Nähe der Sehenswürdigkeit ist. Man kann sich dort die Route aussuchen, z.B. kann man damit gut zur Adlerkehre und dann auf die andere Seite des Ortes hoch zum Aussichtspunkt Flydalsjuvet fahren.

Flydalsjuvet

Bei beiden Aussichtpunkten hat man tolle Perspektiven auf den Fjord, das Dorf und die Schiffe. Am Flydalsjuvet gibt es am Parkplatz Toiletten und wenn man wenige Meter weiter über die Felsen geht den Königinnen-Stuhl mit einem herrlichen Blick über den Fjord. Ein tolles Fotomotiv. Hier findet man eine Wanderung zum Flydalsjuvet, die ich aber selbst noch nicht ausprobiert habe. Wenn jemand damit Erfahrungen sammelt, immer gern her damit.

Anschließend geht’s evtl. noch ein kleines Stück weiter zum Knuten. Der Knuten ist nichts Außergewöhnliches (also kein Muss, sondern nur ein Mini-Goodie, wenn man noch Zeit hat). Dort kann man sehen, wie die alte Straße mit Brücke früher aussah.
Möchte man bis zum Dalsnibba hoch, wo je nach Wetterlage auch mal Schnee liegen kann (also Jacke mitnehmen), braucht man vom Flydasjuvet noch mal eine halbe Stunde je Strecke.
Auf dem Rückweg lohnt sich eine Waffel in einer kleinen Hütte (Westerås Restaurant), oberhalb des Dorfes, zu essen oder wenn die Autovermietungszeit zu knapp wird, nach der Autorückgabe unten im Dorf. Dort gibt es kleine Cafés und ebenfalls leckere Waffeln.
Hier findet man meine vorgeschlagene Route noch einmal über Maps.
Wer Lust hat kann dem Beifahrer die Aufgabe geben, Serpentinen zu zählen, davon hat man im Geirangerfjord auf jeden Fall eine Menge. Besonders spektakulär übrigens auch, wenn man diese Kurven mit einem langen Reisebus erlebt. Aber im Geiranger gibt es die besten Busfahrer der Welt.

Bei der Ausfahrt mit dem Schiff oder bei einer Bootstour kann man die Sieben Schwestern und die Flasche (Der Freier) am besten bewundern. Bei beidem handelt es sich um Wasserfälle, die entlang der Felswände in den Fjord stürzen. Ob man alle sieben Schwestern, also Wasserfälle, sieht oder nur zwei oder drei, hängt von der Wetterlage ab und wie viel Regen- bzw. Schmelzwasser gerade vorhanden ist. Besonders im Frühling oder Frühsommer sind die Wasserfälle sehr beeindruckend. Fehlen ein paar Schwestern, sind diese wahrscheinlich gerade shoppen…
Aber was hat es mit dem flaschenförmigen Wasserfall namens „Der Freier“ auf der gegenüberliegenden Seite auf sich? Eine Legende besagt, dass dieser der Verehrer der Schwestern war und immer wieder versuchte, eine der Schwestern für sich zu gewinnen, doch diese lehnten stets ab und blieben unverheiratet. Aus Frust griff der Freier dann zur Flasche – daher der Name.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist es auch, den Geiranger mit dem Helikopter zu erkunden.
Wir sind damals mit Fonnafly (Fjord Helicopter AS) geflogen.
Über den Geriangerfjord, an den sieben Schwestern vorbei und über die Berggipfel erlangt man Ausblicke auf die Bergseen, die von unten immer unentdeckt bleiben.
Nicht ganz kostengünstig, aber gerade bei Sonnenschein eine ganz tolle Erfahrung.

Egal ob mit Schiff, zu Fuß, mit dem Kajak, RIB-Boot, Heli, Bus, Twizy oder ganz anders. Nach jahrelanger Schiffserfahrung und Einfahrten auf der Brücke, bleibt einem mit einem norwegischen Kapitän eines im Kopf: Felswände und Steinbrocken müssen immer im Auge behalten werden, denn sie haben DICH auch im Auge… hinter vielen Felsformationen verbergen sich Trolle, die durch Sonnenlicht zu Stein geworden sind (Alles über die norwegischen Trolle). 😉 Erkennt ihr die Gesichter?

Lasst gern einen Kommentar da, wenn die Tipps hilfreich waren bzw. was ihr vor Ort umgesetzt habt.
Wenn ihr noch mehr Tipps über Norwegen und weitere Häfen benötigt, schaut doch mal in meinem Blogbeitrag Norwegen: Das Land der Nordmänner vorbei.

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