Titanic und die Costa Concordia sind extreme Beispiele, von denen wir nicht hoffen, dass soetwas wieder passiert. Aber man muss auf alles vorbereitet sein. Somit ist es seit 2006 für Besatzungmitglieder auf Passagierschiffen Pflicht eine MLC-Seedienttauglichkeit zu erlangen.
Hierzu war ich vom 2.-8. Dezember 2018 im Aus- und Fortbildungszentrum in Rostock. Sonntagabend in Rostock angekommen, wusste ich es zu schätzen, dass die Kabinen auf den Phoenix-Schiffen schön groß sind. Auf dem Wohnschiff, auf dem wir für den Lehrgang untergebracht waren, teilten wir uns eine sehr kleine Kabine. Aber da meine Zimmernachbarin Anna super nett ist, war es kein Problem.
Und gleich am nächsten Morgen zeigte sich, dass ich auch mit den anderen Teilnehmern auf einer Wellenlänge lag. Nachdem der ganze Papierkram erledigt war und wir gemeinsame Bekanntschaften ausfindig gemacht hatten – die Kreuzfahrtbranche ist genauso familiär wie der Schleswig-Holstein-Tourismus – konnten wir Erfahrungen, Fragen und Ängste austauschen.
Sätze wie:
„Wie… wir haben Särge an Bord?“ (Bahman),
„Und wer zahlt das?“ (Kartsen),
„Ein Schiff ist wie ein Dorf, da kann alles passieren.“,
„Liebe Trainer, erzählt doch mal was Positives, nicht nur immer was von untergehenden Schiffen!“
Aber genau dafür waren wir ja dort. Unsere Trainer bereiteten uns auf verschiedene Notfälle an Bord vor. Aber nicht nur in der Theorie, sondern auch in vielen spannenden Übungen: Vom Bergen aus einem verqualmten, dunklen Raum über Feuerlöschen bis hin zur Evakuierung des Fortbildungszentrums.
Aber unser Highlight war das Schwimmen im Hafenbecken mitten im Dezember. Anfangs dachten wir noch es wäre ein Scherz, aber nein… Mit wasserdichten Rettungsanzügen sind wir dann durchs Hafenbecken gepaddelt und haben mal wieder Teamgeist bewiesen und nachdem wir „Eisgekühlter Bummerlunder“, Kinderlieder und Schlager gesungen hatten, befreiten unsere lieben Trainer Thilo und Hans uns dann auch wieder, nachdem sie mit dem Rescue Boot noch einmal ordentlich für Wellen gesorgt hatten. Was anfangs also nach einer eiskalten Pflicht klang, wurde zu einer spaßigen aber dennoch lehrreichen Erfahung in Teletubbie-Outfit.
Die Woche war mega. Die Trainer super lieb, unsere Truppe der Hammer von der ersten Sekunde an und die Abende auf dem Wohnschiff, auf dem Weihnachtsmarkt und im Escape Room unvergesslich.
Nachtrag, Februar 2019:
Von den 14 Teilnehmern bin ich nun die drittletzte, die aufs Schiff aufsteigt. Bisher habe ich von den anderen noch von keinem Notfall an Bord gehört, aber wenn, sind wir durch den Basic Safety Kurs am AFZ gut vorbereitet.

